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13.11. – 15.11.2009
Ein Workshop mit Hansjörg Müller
Dieser Workshop richtet sich an all diejenigen, die in Gruppen unterwegs sind und sie bewusst gestalten wollen. Was für Gruppenstrukturen gibt es? Welche Strukturen wirken sich wie auf die Mitglieder der Gruppe aus? Welche Handlungs- und Organisationsrichtlinien können beachtet werden, um eine Gruppe engagierter und gleichberechtigter zu gestalten? Diese und andere Fragen sollen in diesem Workshop bearbeitet und beantwortet werden.
Zunächst wollen wir gemeinsam untersuchen, welche Vorstellungen von Macht und Ohnmacht wir mit uns herumtragen. Wir werden erkennen, was für Machtkonzepte uns und unsere Gruppen schwächen und welche Machtvorstellungen uns alle ermächtigen können. Wir werden unsere Erfahrungen von Hierarchien untersuchen und alternative Strukturen und Entscheidungsprozesse erlernen. Ein Schwerpunkt wird dabei die Vermittlung von Grundfertigkeiten sein, um in Gruppen einen effektiven Konsensprozess gestalten zu können.
Im Rahmen dieses Wochenendes werden sich theoriereiche und kreative Abschnitte abwechseln. Konzepte sollen nicht nur intellektuell verstanden, sondern auch körperlich und intuitiv begriffen werden. Ziel ist dabei ein ganzheitliches Verständnis der Materie, das bei der praktischen Umsetzung im Alltag ein solides Fundament bieten wird.
Hansjörg Müller studiert zur Zeit in Göttingen Geschlechterforschung und Religionswissenschaft. Seine Leidenschaft gilt einer emanzipierten Menschheit, die selbst-bewusst die Verantwortung für ihre Umgebung übernimmt. Er freut sich, sein Wissen über Machtstrukturen, Gruppenprozesse und holistisches Lernen in diesem Workshop weitergeben zu können!
Das Seminar findet von Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntagmittag im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (GUNZ) statt. Der Eigenbeitrag beträgt 25 Euro und beinhaltet zwei kalte und zwei warme (biovegane) Mahlzeiten. Um Unterkunft muss sich zunächst selbst gekümmert werden, bei Notfällen oder Engpässen meldet euch bitte!
Inhaltliche Nachfragen an Hansjörg Müller selbst und Organisatorisches sowie Anmeldungen an: philipp.meinecke [at] naturbeobachtung.de. Die Anmeldung ist erst nach Zahlung des EB verbindlich. Bis dann!
Seminar für maximal 20 Personen.
3 Power-Point-Sessions und Diskussionsrunden
In der Romantik entstanden mit dem romantischen Naturbild völkische und rassistische Bewegungen. In dieser Zeit wurden Grundsteine für so zentrale Bewegungen wie die Freikörperkultur, die Schrebergärtner, die Wanderbewegung, die Pfadfinder, esoterische Strömungen und eben der Naturschutzgedanke begründet. Erst in den 1970-ern konnte man erstmalig von einer dezidiert linken, sich als antifaschistisch verstehenden Ökologie-Bewegung sprechen. Doch auch innerhalb dieser linken Ökologiebewegung lebten Vorstellungen fort, die den völkischen Bewegungen entsprachen – regressive Zivilisationsfeindschaft, primitive Vorstellungen über Ökonomie, Sozialdarwinismus und teilweise sogar sehr offener Rassismus und Antisemitismus.
Über 60 Jahre nach der Befreiung Europas vom deutschen Nationalsozialismus werben – noch und wieder – Organisationen mit nationalsozialistischem Gedankengut für Zeltlager in der Natur, setzen sich für „Heimat- und Naturschutz“ ein und organisieren Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche: teilweise im autoritären Stil der Hitlerjugend-Lager, aber auch als heimelige Lagerfeuertreffs. Die Werbung für solche Veranstaltungen unterscheidet sich erst auf den zweiten und dritten Blick von denen herkömmlicher Jugendvereine.
Während des Seminars werden anhand von Internetquellen und Bildmaterial zunächst solche aktuellen Bestrebungen vom äußersten rechten Rand vorgestellt. Ein zweiter Teil beleuchtet die Entstehung solcher Vorstellungen in der deutschen Romantik. Im dritten Teil wird das Fortwirken solcher Ideen in der alternativen Szene weltweit verdeutlicht. Der vierte Teil ist zur Diskussion von Ursachen für das Entstehen der tiefen Verwandtschaft von „Naturliebe“ und Fremdenhass gedacht.
Das Seminar findet in Unterwiddersheim am Vogelsberg statt. So können wir in den Pausen zu den Nidda-Auen, einem der bedeutendsten Vogelzugrastplätze in Hessen, spazieren.
Anreise mit dem Zug über Giessen – Ober Widdersheim. Von da 1,5 km Fussweg oder Bus, Gruppenanreisen können organisiert werden, Abholung möglich.
Infos:
Anne Kollien
04541/878065
anne.kollien@web.de