Die völkische Ökobewegung – Rassismus, Sozialdarwinismus und regressive Gesellschaftsmodelle als notorische Begleiterscheinungen im Natur- und Umweltschutz. (Herbst 2009)

Seminar für maximal 20 Personen.

3 Power-Point-Sessions und Diskussionsrunden

In der Romantik entstanden mit dem romantischen Naturbild völkische und rassistische Bewegungen. In dieser Zeit wurden Grundsteine für so zentrale Bewegungen wie die Freikörperkultur, die Schrebergärtner, die Wanderbewegung, die Pfadfinder, esoterische Strömungen und eben der Naturschutzgedanke begründet. Erst in den 1970-ern konnte man erstmalig von einer dezidiert linken, sich als antifaschistisch verstehenden Ökologie-Bewegung sprechen. Doch auch innerhalb dieser linken Ökologiebewegung lebten Vorstellungen fort, die den völkischen Bewegungen entsprachen – regressive Zivilisationsfeindschaft, primitive Vorstellungen über Ökonomie, Sozialdarwinismus und teilweise sogar sehr offener Rassismus und Antisemitismus.

Über 60 Jahre nach der Befreiung Europas vom deutschen Nationalsozialismus werben – noch und wieder – Organisationen mit nationalsozialistischem Gedankengut für Zeltlager in der Natur, setzen sich für „Heimat- und Naturschutz“ ein und organisieren Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche: teilweise im autoritären Stil der Hitlerjugend-Lager, aber auch als heimelige Lagerfeuertreffs. Die Werbung für solche Veranstaltungen unterscheidet sich erst auf den zweiten und dritten Blick von denen herkömmlicher Jugendvereine.

Während des Seminars werden anhand von Internetquellen und Bildmaterial zunächst solche aktuellen Bestrebungen vom äußersten rechten Rand vorgestellt. Ein zweiter Teil beleuchtet die Entstehung solcher Vorstellungen in der deutschen Romantik. Im dritten Teil wird das Fortwirken solcher Ideen in der alternativen Szene weltweit verdeutlicht. Der vierte Teil ist zur Diskussion von Ursachen für das Entstehen der tiefen Verwandtschaft von „Naturliebe“ und Fremdenhass gedacht.

Das Seminar findet in Unterwiddersheim am Vogelsberg statt. So können wir in den Pausen zu den Nidda-Auen, einem der bedeutendsten Vogelzugrastplätze in Hessen, spazieren.

Anreise mit dem Zug über Giessen – Ober Widdersheim. Von da 1,5 km Fussweg oder Bus, Gruppenanreisen können organisiert werden, Abholung möglich.

Infos:

Anne Kollien

04541/878065

anne.kollien@web.de